Bewusster Umgang mit der Natur - nest

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Bewusster Umgang mit der Natur


NaturErlebnisSTätte
des Kleingärtnervereins Riepenbach e.V
in Kooperation mit dem NABU
Hameln-Hess Oldendorf–Aerzen und der NAJU

Die NaturErlebnisSTätte Riepenbach
unser Traum von einem bewussteren Umgang mit der Natur.

Im Hinblick auf die Aufmerksamkeit, die vielen Themen rund um Natur und Umweltschutz spätestens seit der beiden aufeinanderfolgenden Dürrejahre 2018 und 2019 entgegengebracht wird, könnte man vor Erleichterung fast laut aufjauchzen.
Man könnte fast meinen, der Knoten sei endlich geplatzt und die Dringlichkeit eines Umsteuerns weg vom ökologischen Raubbau hin zu den Prinzipien einer nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise hätten mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.
Doch die (immer noch viel zu große) Gruppe der „letzten Dinosaurier“ der fossilen Energieträger mit ihrem Glauben an ein wirtschaftliches Wachstum ohne Grenzen haben eben noch nicht realisiert, dass wir genau daran gestoßen sind – nämlich an eine Grenze. Genauer gesagt an eine ökologische Grenze, die eine absolute rote Linie darstellt, die es nicht zu überschreiten gilt, weil jenseits von ihr nichts mehr so sein wird, wie wir es in dem komfortablen Mikrokosmos unserer bisher noch so gemäßigten Klimazone gewohnt sind.

Station Trockenmauer

Es handelt sich also eher um eine recht trügerische Erleichterung, geschweige denn um so etwas wie eine ökologische Trendwende. Aber natürlich gibt es viele hoffnungsvolle Ansätze, die Mut machen. Allein die Wirkung des Engagements von Greta Thunberg und der Bewegung „Fridays for Future“ hat das Verhalten vieler Menschen weltweit beeinflusst.

Doch die Zeit drängt und es herrscht nach wie vor ein verbreitetes und viel zu großes Missverhältnis zwischen der theoretischen Erkenntnis, dass dringend etwas getan werden müsste und der praktischen Umsetzung, bei der dann wirklich auch etwas passiert. Umweltschutz finden die meisten Menschen schon irgendwie ganz sinnvoll. Spätestens jedoch, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, ist der gute Vorsatz leider häufig hinfällig, denn den eigenen Lebensstil zu ändern, bewusster zu konsumieren und nachhaltiger zu wirtschaften steht auf einem ganz anderen Blatt. Das gilt für ganze Staaten wie für Einzelpersonen.
Die Wirklichkeit ist: Die weltweiten Hiobsbotschaften über den Zustand der Natur reißen momentan nicht ab. Die globale Durchschnittstemperatur steigt kontinuierlich und immer schneller an, weltweit schmelzen Permafrostböden und die dabei entweichenden Klimagase heizen den Treibhauseffekt weiter an.

Die Inlandeiskappen der Antarktis und Grönlands ziehen sich rasant zurück, in gleichem Maße die Gletscher in allen Hochgebirgsregionen der

Welt – Prozesse mit bislang unabsehbaren Folgen für die Ökosysteme und damit für uns Menschen. Der letzte Bericht des UNO Weltbiodiversitätsrates kam zu einem verheerenden Fazit und sorgte damit wieder einmal für einen lauten, aber viel zu kurzen öffentlichen Aufschrei der Besorgnis, bevor man sich schnell wieder den überschaubareren Problemen des Alltags zuwandte. Der Bericht ist eine Art Bestandsaufnahme über den globalen Zustand der Artenvielfalt und liefert dazu einige wahrlich beängstigende Zahlen zum inzwischen erreichten Ausmaß der Umweltzerstörung.
Der Bericht sagt aber vor allem auch eines: Zu den bedrohten Spezies gehört insbesondere der Mensch, weil er seine eigene Lebensgrundlage zerstört.

Hier nur eine einzige Zahl aus dem Bericht:
Station Insektenhotel 

 Von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sei rund eine Million akut vom Aussterben bedroht! Die Aussterberate steige weiter permanent an. Unfassbar! Diese und alle anderen genannten Daten dokumentieren ein unvorstellbares Maß der Zerstörung. Der Mensch ist gerade sozusagen dabei, sich selbst abzuschaffen. Wer das immer noch nicht mitbekommen hat oder das sogar leugnet, lebt in so etwas wie einer Zeitblase, die irgendwo in den 1950er Jahren hängengeblieben ist oder aber hat selbst massives wirtschaftliches bzw. politisches Interesse daran, dass alles so verheerend bleibt, wie es sich momentan darstellt. Ein amerikanischer Präsident lässt grüßen und auch Vertreter insbesondere einer selbsternannten sogenannten „politischen Alternative“ bei uns stehen ihm im Leugnen beispielsweise des vom Menschen verursachten Klimawandels in nichts nach.

Nun könnte man schnell zu der Frage kommen, was unser Engagement hier vor Ort in der NaturErlebnisSTätte (NEST) Riepenbach eigentlich bringt? Wie können wir mit unserem Ansatz dazu beitragen, die Welt ein wenig ökologischer zu machen? Die Antwort ist klar: Genau dieses Engagement im Kleinen – also vor der eigenen Haustür und damit sozusagen an der Basis von vorgelebtem bewussten Handeln – kann eigentlich nur der Schlüssel sein, wenn man dem Treiben der Großen nicht mehr machtlos zusehen kann und möchte.

Und damit konkret zum Riepenbach:
Station Insektenwiese

Wir haben irgendwann einmal gemerkt, dass hier auf diesen ca. drei Hektar Gartenkolonie so einiges keucht und fleucht, wächst und gedeiht. Bei genauerem Hinsehen haben wir sogar seltene Arten entdeckt, die so anderswo gar nicht mehr oder nur noch sporadisch vorkommen. Dann haben wir begonnen, einzelne Bereiche aktiv naturnah umzugestalten und bisher brachliegende oder ökologisch weniger wertvolle Flächen umzuwidmen und aufzuwerten. Heißt konkret: Mit anfallendem Grünschnitt wurden beispielsweise überall verteilt Totholzhecken angelegt, die als wichtiger Lebensraum für viele Tierarten dienen, insbesondere für Nützlinge wie den Igel – aber auch für Rotkehlchen und Zaunkönige und natürlich für viele Insekten.
Wir überlassen große Flächen während der Vegetationszeit einfach sich selbst, und es entwickeln sich dort naturnahe Pflanzengesellschaften, die wiederum als Bienen- und Insektenweide dienen. Mancher konservative Kleingärtner würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen beim Anblick einer solchen „Unkrautwiese“.

Beet für Insekten und &CO

Sie sind aber im Gegensatz zu monokulturell geprägten Flächen oder einem Zierrasen von unschätzbarem ökologischem Wert. Und eigentlich sollte man auch nicht von Unkraut sprechen, sondern eher von Beikraut oder Kulturpflanzenbegleiter, denn jedes Unkraut besitzt tatsächlich eine wichtige Funktion im zugehörigen Ökosystem.
Bei einem lohnenswerten Gang durch die Anlage werden Sie weitere naturnah gestaltete Bereiche entdecken: Steinhaufen, Streuobstwiese, kleine Tümpel, Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse und natürlich auch den Bienengarten. Letztlich alles Maßnahmen, um im Sinne der aktuellen „UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen (2021 – 2030)“ Artenvielfalt zu schützen und zu fördern.

Zum Schluss noch eine kurze überregionale Einordnung unseres Projektes:

Weite Gebiete unserer intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft sehen beim Durchfahren oder Wandern im Frühjahr und Sommer schön grün aus. Ein konventionell bewirtschafteter Mais- oder Rübenacker, die in der Regel ohne jeden Wildpflanzenanteil und ohne begleitenden Blüh- oder Heckenstreifen auskommen, sind aber faktisch ökologische Wüsten. Da lebt nichts, außer der Kulturpflanze selbst.

Und in diesem Zusammenhang – man spricht auch von der ausgeräumten Kulturlandschaft – erhalten Areale wie das der NaturErlebnisSTätte Riepenbach eine überlebenswichtige Bedeutung für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie dienen nämlich als sog. Trittsteinbiotope, gleichsam wie Oasen in der Einöde. Solche Trittsteine sind ein wichtiges Element zur Förderung eines flächendeckenden Biotopverbundes.


Der wiederum erleichtert vielen Arten die weitere Verbreitung, indem Zwischenstationen geschaffen werden: Also erst einmal Pause machen, Kraft tanken, sich einrichten, Nachkommen hinterlassen und sich dann aber wieder aufmachen zu einem nächsten nicht allzu weit entfernten Refugium. Das ist das Prinzip, das dahintersteckt und das wir mit unserem Engagement stärken und ausbauen wollen. Schließlich sind wir sehr froh – und natürlich auch ein bisschen stolz – dass wir von der Jury der abgelaufenen "UN-Dekade Biologische Vielfalt (2011 – 2020)“als ausgezeichnetes Projekt ausgewählt wurden. Dafür möchten wir der Jury herzlich danken. Danken möchten wir auch der BINGO-Umweltstiftung – und zwar stellvertretend für alle, die uns materiell fördern und unterstützen.

Und schließlich möchten wir uns auch bei unserem Kooperationspartner, dem NaBu, stellvertretend für alle bedanken, die uns beratend und helfend zur Seite stehen. Und ganz zum möchten wir alle Bürger motivieren, selbst Trittsteinbiotope zu schaffen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Wenn dann einiges blüht, setzen Sie sich doch einfach mal im Gartenstuhl daneben und schauen, was es auf wenigen Quadratmetern alles zu entdecken gibt! Sie werden staunen!

Impressionen aus der NaturErlebnisSTätte:

Besuch im NABU Garten der NaturErlebnisSTätte

Station NABU Garten


Station Info Tafel Sträucher und Vögel





Steinhaufen- Insektenhotel -Teichanlage                                                                                                                

                                                                                                                                        
Überreichung der Patenschaftsurkunde
für MdB Herrn Schraps
                                                   


Station Streuobstwiese
mit Ruhebänken




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Aktualisiert: 23.01.2021
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